Im Spätherbst des Jahres 1873 fanden sich die Schulbehörden über Ansuchen mehrerer Bürger bewogen, für die Schulkinder dieses Bezirksteiles, welche vorher die Schulen in der Praterstraße frequentierten einige Schullokale zu mieten.

Am 17. Dezember 1873 wurde der Lehrer Ludwig Podirsky vom Bezirksschulrat zum Leiter dieser Filialschule ernannt. Am 5. Jänner 1874 wurde "An den Kaisermühlen“ in 4 Klassen mit 120 Kindern im Haus Linnegasse 1 (heute Moissigasse) ein provisorischer Unterricht aufgenommen.

Schüttauplatz 18   Bauakt Plan   001 smallGleichzeitig wurden vom Wiener Magistrat zum Bau einer dreistöckigen Bürgerschule 86.000 Gulden bereitgestellt. Damals lautete die Adresse der Volksschule in den Bauakten noch "Schüttaustraße 78", wie man auf nebenstehendem Planausschnitt gut erkennen kann (Danke an Wiener Wohnen für die Genehmigung zur Einsicht in den bauakt).

Am 13. August 1874 wurde die erste Schlussfeier mit 150 Schülern im Beisein des Gemeinderates Hugo Petrasch begangen. Das nächste Schuljahr wurde am 29. Juli 1875 mit bereits 225 Schülern abgeschlossen.

Oben genannter Abgeordneter zum Wiener Gemeinderat verwendete sich auch dazu, dass von der Großkommune Wien statt der immer wieder notwendigen Erweiterung der provisorischen Schule ein eigenes Schulgebäude errichtet werde.

Am 15. September 1875 kaufte die Gemeinde Wien 320 Klafter Grund von der Donauregulierungskommission für einen Schulneubau.

Vom 18. bis 25. Februar 1876 gab es zwangsweise Ferien, da eine Überschwemmung der Gassen einen Besuch der provisorischen Schule verhinderte.

Am 16. April 1877 wurde mit dem Bau des Schulhauses begonnen. Laut Gemeinderatssitzung vom 23. Oktober 1877:

„Der Schulneubau konnte früher fertig gestellt werden, da das Gebäude mit 2 statt 3 Stockwerken ausgeführt wurde, sodass ein Bezug noch im Herbst statt Frühjahr 1878 möglich scheint.“

Die Übersiedlung war dringend notwendig, da im provisorischen Schulgebäude Linnegasse 1 die Gänge zum Aufenthalt der Schüler unbeheizt waren und der Unterricht infolge Raummangels vormittags und nachmittags erteilt werden musste.

Schule MoissigasseDa 250 bis 300 Schüler in die neugebaute Schule übersiedeln werden wird diese in eine gemischte Volksschule für Knaben und Mädchen umgewandelt.

Gleichzeitig beschloss der Gemeinderat die Kündigung der angemieteten Schulraume.

Die Lokalkommission zur Benützung der Schulräume tagt am 26. Oktober 1877, findet die Räume gut durchgetrocknet und für den Unterricht geeignet. Schließlich wurde am 5. November 1877 im neuen Schulgebäude das erste Mal unterrichtet.

In oben genannter Gemeinderatssitzung wurde diese Schule zur selbstständigen städtischen Volksschule erhoben.

Im Jahre 1909 wurde das 3. Stockwerk aufgebaut, sodass dieses Gebäude jenes Aussehen erlangte, das von den Planern erdacht worden war.

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