2012 Acker Kaisermuehlendamm 3Ich wollte schon immer ein eigenes Stück grün, nein keinen Garten, sondern eine Chance eigenes Gemüse anzubaue, zu ernten und ein Feld zu betreuen. Zum Gorilla Gardening fehlte aber eindeutig der Mut und das Risiko, dass die Paradeiser dann doch durch was auch immer (Auto, Hund,..) beeinträchtigt werden könnten, wollten wir auch nicht in Kauf nehmen.

Die schon lange vorhandene „Option" Lobau, war keine echte, einfach zu weit weg. 15min mit dem Auto für Salat und eine Handvoll Gurken, nie und nimmer, ein Feld müsste näher sein als der nächste Supermarkt oder maximal gleich weit weg, sonst wird's nix.
2012 Acker Kaisermuehlendamm 2Dann in der BZ ein Hinweis auf eine neue Anlage von Gemeinschaftsgärten – quasi direkt vor der Haustür – auf der Donauinsel, eine traumhafte Chance, aber wie es so ist, man hat Bedenken, will dann vielleicht doch nicht, füllt einfach kein Formular aus, tausend Ausreden und nix passiert. Also musste wieder der Computerfuzzi der Familie ran und hat einfach angemeldet. Das war im Herbst 2011, Glück gehabt, noch ein Beet ergattert, einbezahlt und – gewartet, nicht ohne täglich die Beeteinteilung neu zu überdenken. Es hat noch ein wenig gedauert, bis das Beet eingerichtet war, also die Basisarbeiten, weg von der vorher dort befindlichen G'stetten.
Das war noch der Originalstandort am Kaisermühlendamm zwischen Harrachgasse und Berchtoldgasse. Es wurde gegraben, gesiebt, gesät, gesetzt und alle waren voll der Freude auf das Frühjahr, ein Winter kann ja so unendlich lang sein, aber dann endlich wurde es wärmer, eine Traum offenbarte sich, alles wuchs, eine unvorstellbare Vielfalt. Ca. 60 Beete, jedes anders bepflanzt und angelegt. Zunächst war noch kein Wasseranschluss vorhanden und so wurden Gießtrupps organisiert, die mehrmals täglich große Wasserbehälter beim Garten mit einem riesigen „Feuerwehrschlauch" füllten. Man kam einander näher und erste Freundschaften entstanden. Am Ende der Saison war aber aufgrund gesetzlicher Vorschriften leider fix, dass der Gemeinschaftsgarten seinen Standort ändern musste.
So übersiedelte die rund 60 Beete auf eine naheliegende Fläche weg vom Kaisermühlentunnel Richtung Donauinselparkplatz. 2013 Garten neuer StandortMit großer Energie wurden wiederum urbar gemacht, ausgemessen, Erde vertragen, gesiebt und schließlich die neuen Beete vielfältigst bepflanzt; nicht immer hatte meine Frau dabei einen grünen Daumen, aber man wächst schließlich mit der Herausforderung und so erfüllte sie die heurige Zuckermelone mit großem Stolz. Mittlerweile steht die dritte Saison unmittelbar bevor, ich pflastere die Fensterbänke mit Jungpflanzen und auch ich habe Gefallen daran gefunden und „der Computerfuzzi", mein Mann versucht sich als Chilibauer; mal sehen wessen Daumen grüner ist.

Hier ein großer Kurier Artikel

 

Zurück